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Baumann

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Dienstag, 16. Februar 2016, 11:29

CfP: Biographie und Geschichte in der Bildungsforschung: Jahrestagung der Kommission Qualitative Bildungs-­‐ und Biographieforschung in Kooperation mit der Sektion Historische Bildungsforschung der DGfE

13.10.2016 - 15.10.2016, Dortmund: Welt eine zentrale Rolle. Historisch ist dieser Zusammenhang sicherlich seit der Renaissance und spätestens mit dem aufkommenden Bürgertum im Ringen um die Rolle des Individuums zu beobachten. In der modernen Erziehungswissenschaft werden Biographien und Bildung seit gut drei Jahrzehnten vermehrt theoretisch wie methodologisch thematisiert und erforscht, wobei sich in ihren verschiedenen Teildisziplinen eigenständige Ansätze herausgebildet und ausdifferenziert haben. So finden sich in der Allgemeinen Erziehungswissenschaft eine Vielfalt an methodischen Ansätzen zur Erforschung von Bildung und Biographie, die von kulturwissenschaftlichen bis zu sozialwissenschaftlichen Perspektiven reichen. Auch in der historischen Bildungsforschung ist der Zusammenhang von Bildung und Biographie ein vielfältig erforschtes Thema, wobei entsprechende Untersuchungen sich nicht nur auf Einzelbiographien in ihrem historischen Kontext, sondern auch auf kollektive Biographien in geschichtlichen Prozessen richten. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bandbreite der analysierten Ego-‐Dokumenten und Selbstzeugnisse, die entweder gesammelt oder selbst erhoben wurden, deutlich ausgeweitet: Sie reicht von autobiographischer bzw. biographischer Literatur über narrative Interviews hin zur Interpretation materialer sowie visueller Dokumente wie beispielsweise Kleidung, Bilder oder Fotografien und Fotoalben. Gemeinsam ist den verschiedenen Ansätzen und Perspektiven, dass sie oftmals in komplexer Weise die Geschichtlichkeit von Bildungsprozessen in den Blick nehmen. So richten sich die Untersuchungen der Biographieforschung auf lebensgeschichtliche Erfahrungen und Entwicklungen, die innerhalb bestimmter sozio-‐historischer Prozesse stattfinden. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Tagung, ein Forum für Diskurse über die Sozialität und Historizität von Biographien zu bieten sowie die verschiedenen Forschungsperspektiven und Ergebnisse der beiden erziehungswissenschaftlichen Teildisziplinen aufeinander zu beziehen. Für die Tagung werden darum Beiträge gesucht, die aus theoretischer, methodologischer oder empirischer Perspektive den Zusammenhang von Biographie und Geschichte in der Bildungsforschung rekonstruieren und sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen: - Seit wann werden Bildung und Biographie aufeinander bezogen und wie hat sich die Sicht auf Bildung und Biographie im Laufe der Geschichte gewandelt? Inwiefern lassen sich bestimmte Sichtweisen auf diesen Zusammenhang auf jeweilige Epochen der Geschichte (bzw. der Geschichte der Pädagogik) beziehen? Inwiefern sind bestimmte Epochen mit spezifischen Biographien verknüpft? - Welche Potenziale, Herausforderungen und Grenzen bietet das theoretische Konstrukt „Biographie“ zur Untersuchung von Bildungsprozessen? Welche unterschiedlichen Bestimmungen der Begriffe Biographie und Bildung (z.B. Einzelbiographie vs. Kollektivbiographie) haben sich im Laufe der Geschichte entwickelt? Welche theoretischen Ansätze ermöglichen Zugang zu unterschiedlichen Egodokumenten und eine historisch orientierte biographische Bildungsforschung? - Wie zeigt sich die Historizität von Biographien und welche Bedeutung ist ihr für Bildung und den biographischen Prozess zuzumessen? Inwiefern reflektieren z.B. die Biographieträgerinnen und Biographieträger ihre Eingebundenheit in historische bzw. gesellschaftliche Entwicklungen? In welchem Zusammenhang stehen die Konstrukte „Biographie“ und „Bildung“ mit anderen Konstrukten wie z.B. „Generation“? - Inwieweit eröffnet die Analyse von Biographien die Rekonstruktion von historischen und gesellschaftlichen Lagen und Prozessen? Inwiefern lässt sich z.B. über Biographien Wissen über die Relevanz von Bildungsinstitutionen bzw. die Veränderung (bildungs-) institutioneller Strukturen erschließen? - Welche methodischen Ansätze zur biographischen Interpretation von Bildungsprozessen haben sich in Geschichte und Gegenwart entwickelt? Inwiefern reflektieren diese Ansätze ihre eigene Historizität? Wie können die Methoden der Biographieforschung für verschiedene historische Quellen Anwendung finden und welche Modifikationen sind unter Umständen erforderlich? Ein kurzes Abstract (max. 2.500 Zeichen) ist bis 01.April 2016 zu schicken an: Prof. Dr. Ingrid Miethe: ingrid.miethe@erziehung.uni-­‐giessen.de Prof. Dr. Antja Tervooren: anja.tervooren@uni-­‐due.de Prof. Dr. Ruprecht Mattig: ruprecht.mattig@tu-­‐dortmund.de Prof. Dr. Ulrike Mietzner: ulrike.mietzner@tu-­‐dortmund.de